Mi. 15.8.- So. 2.9.2007

Ikonen der Natur

Ausstellung von Dietmar H.D.T Jäkel
Orangerie, 10-18 Uhr

Der Ursprung der Bilder liegt in der reichen Natur Venezuelas, die der Maler Dietmar H.D.T. Jäkel in den letzten Jahren oft besucht und gemalt hat. Nach vielen Ausstellungen Venezuela und Deutschland zeigt er jetzt eine Auswahl dieser Gemälde in der Orangerie im Grugapark Essen.


Innerhalb der verschiedensten Darstellungen von Steinstrukturen und Pflanzen entwickeln die Gemälde eine eigenständige Form- und Farbsprache. Das Außergewöhnliche der Landschaft und der Natur wird zu einem wichtigen Aspekt der Aussagekraft der Bilder.

Die Steinbilder zeigen kantige kristalline Strukturen, die mit hellen und dunklen Flächen und verwandten Farben in unterschiedlichen Helligkeitsgraden die gesamte Bildfläche gliedern. Es entstehen abstrakte Bildstrukturen, die wie Ausschnitte aus einem großen Gesamtgewebe wirken und an Blicke durch ein Mikroskop erinnern. Die über den Bildrand weiter fortsetzbare Bildstruktur lässt sich in Anlehnung an die Malerei des action paiting des Amerikaners Jackson Pollock als all over-Struktur bezeichnen. Formverzweigungen und Linienverläufe lassen Gesichter oder Labyrinthe entdecken. Die Strukturbilder werden so zum Ausdruck einer grenzenlosen Landschaft, ohne Anfang - ohne Ende.


Die Farbigkeit der Bilder reicht von fast monochromer Oberfläche der Strukturgemälde bis zu einer leuchtenden, intensiven Farbigkeit bei den neuen "Blattbildern". In diesen steht die Reduktion auf die reine Form eines einzigen Blattes im Mittelpunkt der Komposition der Gemälde. Das einzelne Blatt quasi als eine "Urform" in der Natur wird zentrales Thema einer Serie von Bildern.
Die Oberflächenbehandlung der Bilder trägt zur Annäherung von Blattform und Grund ebenfalls bei, indem nicht allein Pinselspuren sichtbar sind, sondern die Bearbeitungsprozesse des Bildes mit Kamm und Spachtel und anderen Werkzeugen ihre Spuren hinterlassen. Damit gelingt Jäkel die Verbindung von Form und Raum und letztlich der Wandel der Farbfläche zum Farbraum. Durch die Beimischung von Sand zur Grundierung des Bildes wird eine eigene Räumlichkeit entwickelt, das Bild erhält mittels seiner erkennbaren und hervorgehobenen Materialität eine eigene ästhetische Qualität. Damit gewinnt das Blattbild den Status eines immanenten Zeichens zur Visualisierung der Naturgesetze des Lebens, denen der Mensch bei aller technischen Errungenschaften immer noch unterliegt - Naturgesetze und -gewalten weisen den modernen technischen Menschen immer wieder in seine Schranken. Die Wirkung von Urgesetzen findet mit der reduzierten und konzentrierten Urform in der Malerei Jäkels ihren Ausdruck - sie sind <Ikonen der Natur>.

Nicht die Ansicht von Landschaft ist Bildinhalt, sondern Struktur, Form und Farbigkeit. So erzeugt die thematische Reduktion und Abstraktion eine zunehmende Eindringlichkeit, die Bilder kommen stärker auf den Betrachter zu, sie werden nahsichtiger und damit intensiver.


Dietmar H.D.T. Jäkels Bilder sind ein Plädoyer für die Schönheit und Einzigartigkeit der Natur.


www.hdt-art.de
E-Mail: bilder@hdt-art.de

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