Geschichte: historisches Stadtgrün
"Jenseits von Rauch und Lärm"
Um 1920 erinnerte in Essen nicht mehr viel an die ehemals ländliche Kleinstadt. Wo sich 100 Jahre zuvor noch Wiesen und Ackerland befanden, drehten sich nun die Seilscheiben der Zechen, und die rauchenden Schlote der Fabriken bestimmten das Stadtbild.
Besonders der Essener Norden wurde innerhalb kürzester Zeit von endlosen Reihen mehrstöckiger Wohnhäuser überzogen, in denen die Menschen auf engstem Raum dicht beieinander lebten; einen eigenen Garten besaßen die wenigsten. Als Ausgleich entstanden Grünanlagen inmitten der Wohngebiete, so z.B. der Stadtgarten (1864), der Kaiser-Wilhelm Park in Altenessen (1898-1900) oder der kleinere Ostpark am Wasserturm (1902). Öffentliches Grün diente hier der "Sozialhygiene".
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Dagegen profitierten die Bewohner der südlichen Stadtteile von den weitläufigen Siepen- und Ruhrtälern, die sich in einem grünen Halbkreis von Nord- bis Südwesten bis Steele und Rellinghausen erstreckten.
Grüne Oasen im Essener Stadtgebiet bildeten auch die Friedhöfe und die Kolonien. "Ich glaube, dass es ökonomisch (...) und sittlich erwogen sehr nützlich ist, die Arbeiterfamilien für Gartenkultur zu gewinnen. Die Männer verlieren den Zug zum Wirtshause und Frauen und Kinder haben Freude an der Ernte." (Alfred Krupp, 1864). Die Gesamtfläche des öffentlichen Grüns in Essen betrug 1925 etwa 62 ha. Zum Vergleich: Allein der Grugapark ist heute fast 70 ha groß.









