© M. Gülpen


Ökologie der Wälder

Übersicht

Zielgruppe: Sekundarstufen I und II
Dauer: 1,5 oder 3 Stunden
Jahreszeit: von April - Oktober
Kursgebühren: 1,5-stündiger Kurs: 4,- € pro Teilnehmendem, mindestens 80,- € pro Klasse (bei weniger als 20 Teilnehmenden); 3-stündiger Kurs: 8,- € pro Teilnehmendem, mindestens 160,- € pro Klasse (bei weniger als 20 Teilnehmenden)

BNE-Gehalt: ** - ***
Was bedeutet das?

Inhalte

  • Wald als Lebensgemeinschaft – Pflanzen, Tiere, Pilze und Mikroorganismen im Zusammenspiel
  • Stoffkreisläufe und Energiefluss – Rollen von Produzenten, Konsumenten und Destruenten
  • Boden & Totholz – Bodenorganismen, Zersetzer, Lebensräume im Totholz; Bodenproben und Analysen möglich
  • Pflanzen & Spuren – Bäume, Samen, Früchte; Tierspuren, Fraßspuren und Gallen beobachten
  • Waldfunktionen & nachhaltige Nutzung – ökologische Waldwirtschaft, strukturreiche Wälder, Klima, Artenvielfalt, Ressourcenschutz



Der Wald ist ein komplexes Ökosystem, in dem Pflanzen, Tiere, Pilze und Mikroorganismen in enger Wechselwirkung stehen. Diese Beziehungen sind entscheidend für die Artenvielfalt und die ökologische Balance. Wälder produzieren Sauerstoff, speichern Wasser, schützen Böden vor Erosion und leisten durch die Bindung von CO₂ sowie die Ausgleichung von Temperaturen einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz (SDG 13). Gleichzeitig bieten Wälder wertvolle Erholungsräume, fördern die Gesundheit und Lebensqualität der Menschen (SDG 3) und haben einen positiven Einfluss auf die Lebensqualität in Städten (SDG 11).

Die Wälder in Essen sind nicht nur bedeutende Erholungsräume, sondern werden auch nach FSC-Kriterien nachhaltig bewirtschaftet. So lässt sich vor Ort anschaulich zeigen, wie ökologische, wirtschaftliche und soziale Funktionen des Waldes miteinander verbunden sind.



Die ökologische Waldwirtschaft orientiert sich an natürlichen Prozessen wie Verjüngung, Altersvielfalt und standortheimischen Baumarten, um Vielfalt und Stabilität zu fördern (SDG 15). Schülerinnen und Schüler erleben dabei anschaulich, wie natürliche Ressourcen nachhaltig genutzt werden können, ohne das empfindliche Gleichgewicht des Ökosystems zu beeinträchtigen (SDG 12, SDG 15). Zugleich wird deutlich, welchen Beitrag vielfältig strukturierte Wälder zur ökologischen Stabilität, zum Erhalt von Lebensräumen und zum Klimaschutz leisten (SDG 13).

Ein weiterer inhaltlicher Schwerpunkt richtet sich auf die Stoff- und Energieflüsse im Wald. Pflanzen und Bäume übernehmen als Produzenten eine zentrale Funktion, indem sie Sonnenlicht, Wasser und Mineralstoffe in energiereiche Biomasse umwandeln.



Diese Energie wird über Pflanzenfresser und räuberische Tiere als Konsumenten weitergegeben. Destruenten wie Pilze, Bakterien und Bodentiere bauen abgestorbene Organismen ab und führen die enthaltenen Nährstoffe dem Kreislauf wieder zu. Auf diese Weise entsteht ein eng verzahntes System, in dem jede Art eine bedeutsame Aufgabe übernimmt und zur Stabilität des Ökosystems beiträgt.

Ein besonderer Blick gilt dem Waldboden. Mit Becherlupen und Bestimmungshilfen erforschen die Schülerinnen und Schüler die Vielfalt der Bodenorganismen und deren Funktionen. Je nach inhaltlicher Ausrichtung können Bodenproben entnommen und untersucht werden, etwa durch die Bestimmung von pH-Wert oder Nitratgehalt. Auch Totholz wird als wertvoller Bestandteil des Waldes erfahrbar: Abgestorbene Stämme und Äste dienen zahlreichen Arten als Lebensraum, Nahrungsquelle und Brutstätte.



Darüber hinaus werden ökologische Wechselbeziehungen betrachtet. Parasitismus verdeutlicht das Leben auf Kosten eines Wirts, während Symbiosen – beispielsweise zwischen Bäumen und Pilzen – auf gegenseitigem Nutzen beruhen. Jede Art besetzt dabei ihre eigene ökologische Nische, also einen spezifischen Lebensraum mit bestimmten Ansprüchen an Nahrung und Funktion.

Abhängig von der Jahreszeit rücken zudem Samen, Früchte und Tierspuren in den Fokus. Unterschiedliche Ausbreitungsstrategien, etwa durch Wind oder Tiere, zeigen, wie Pflanzen neue Standorte besiedeln. Fraßspuren, Gallen oder angeknabberte Zapfen geben Einblicke in die oft verborgene Tierwelt des Waldes und machen ökologische Zusammenhänge anschaulich erfahrbar.



Die Veranstaltung ermöglicht es, den Wald als dynamisches und funktionierendes Ökosystem zu erleben, ökologische Zusammenhänge zu verstehen und ein Bewusstsein für nachhaltige Nutzung, Biodiversität und Klimaschutz zu entwickeln.

Aufgrund der inhaltlichen Vielfalt ist es sinnvoll, für die Exkursion einen thematischen Schwerpunkt festzulegen. Gerne stimmen wir im Vorfeld mit Ihnen ab, welche Aspekte im Unterricht vertieft und welche Inhalte im Rahmen der Exkursion behandelt werden. Praktische Übungen und handlungsorientierte Aufgaben stehen dabei im Gelände im Mittelpunkt.

Wir empfehlen die Durchführung als dreistündige Exkursion; auf Wunsch kann das Angebot auch auf einen gesamten Vormittag mit vier Stunden erweitert werden.



Waldbetretung und Sicherheit

Bitte beachten: unsere Kursleiterinnen und Kursleiter sind geschult. Dennoch gelten auch für die Veranstaltungen der Schule Natur die allgemeinen Regeln zur Waldbetretung. Mehr Informationen zum Thema sind auf der Homepage der Stadt Essen zu finden ...



SDG

SDGs

Sustainable Development Goals: Ziele für nachhaltige Entwicklung

3 - Gesundheit und Wohlergehen
11 - Nachhaltige Städte und Gemeinden
12 - Nachhaltige/r Konsum und Produktion
13 - Maßnahmen zum Klimaschutz
15 - Leben an Land

Die Schule Natur ist Regionalzentrum im Landesnetzwerk Bildung für Nachhaltige Entwicklung Zukunft Lernen NRW.

Die Schule Natur ist BNE-zertifizierte Einrichtung.

Die Schule Natur wird gefördert vom Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr NRW.

Tripadvisor_Logo_horizontal-lockup-stack_registered_RGB